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Wasserkraft - unterschätzte Energie

21.06.2024

Seit mehr als 130 Jahren ist die Wasserkraft nachhaltig, klimafreundlich und verlässlich. 

Als im Jahr 1892 die Wasserkraftanlange Schöngeising in Betrieb genommen wurde, hätte wohl kaum jemand erahnt, welchen Stellenwert die Gewinnung von Strom aus Wasser nach mehr als 130 Jahre später haben würde. Während damals die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser im Vordergrund stand, leistet die Wasserkraft heute einen wichtigen Beitrag zur Energiewende sowie zum Klima- und Hochwasserwasserschutz. 

„Unsere Wasserkraftanlagen sind wichtige Säulen für unseren 100 Prozent klimafreundlichen Strommix. Gut ein Fünftel des eigenerzeugten Stroms stammt aus einer unserer drei Wasserkraftanlagen entlang der Amper. Die Kraftwerke Schöngeising, Obermühle und Fürstenfeld produzieren pro Jahr rund 10 Mio. kWh umweltfreundliche Energie und versorgen über 3.150 Haushalte mit Ökostrom. Gegenüber konventionellen Methoden zur Stromgewinnung werden somit annähernd 3.700 Tonnen CO2 eingespart“, berichtet Christian Wiegner, Bereichsleiter Technik bei den Stadtwerken.

Wasserkraftwerke sind sehr verlässliche Quellen für erneuerbare Energie. Sie tragen zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit bei, indem sie gesicherte, grundlastfähige Leistung bereitstellen. Ausschlaggebend dafür ist, dass das Verhältnis des jährlich produzierten Stroms zu der maximalen Leistung des Kraftwerks im Vergleich zu anderen Quellen sehr hoch ist. Während Windkraftanlagen auf etwa 2.000 Vollbenutzungsstunden und Photovoltaik auf rund 1000 kommen, rangieren die Wasserkraftanlagen bei rund 5.500.

„Das macht sie sehr verlässlich. Darüber hinaus ist die Erzeugung über den Jahresverlauf gesehen, sehr stabil – im Gegensatz zur Windkraft und Photovoltaik, die saisonale Schwankungen haben“, fügt Wiegner hinzu.

Jährliche Investitionen in die Modernisierung
Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck investieren jährlich in die Wartung, Instandhaltung und Modernisierung der Wasserkraftwerke. Damit wird zum einen der dauerhafte Betrieb gesichert, zum anderen sorgen Modernisierungsmaßnahmen für Leistungssteigerungen. So, wie zuletzt am Wasserkraftwerk Obermühle. Infolge des Austauschs der Anlagensteuerung durch eine neue, intelligentere Steuerung konnten die Stromproduktion erhöht werden und damit 50 weitere Haushalte versorgt werden.

Dammpflege und Hochwasserschutz eine wichtige Aufgabe der Wasserkraft
Jeder Betreiber von Wasserkraftwerken ist verpflichtet, die technischen Anforderungen an Betrieb und Unterhaltung von Dämmen zu erfüllen. Die Dämme entlang der Amper haben einen wesentlichen Zweck: Sie bieten Schutz vor Hochwasser und sind somit ein Garant vor Überschwemmungen sowie Schäden auf umliegenden Flächen. Zusätzlich dienen die Dämme als Haltebereich für das aufgestaute Wasser, um daraus regenerative Energie zu erzeugen.

Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck kümmern sich um die Betriebssicherheit der Amperdämme im Bereich der Kraftwerke. Rund 30.000 bis 40.000 Euro kosten die Pflegemaßnahmen pro Jahr. Die damit verbundenen Aufgaben sind vielfältig. Sie reichen von Kontrollgängen mit der Überprüfung auf Standsicherheit und Schäden, wie Hangrutsch oder Durchlässigkeit, über die Vermessung der Dämme bis hin zur Sicherung und Befestigung der Uferbereiche.

Zusätzlich werden regelmäßig die Fahrwege auf den Dammkronen überprüft. Etwa, um die erforderliche Pflege der Oberflächen mit entsprechenden Geräten durchführen, sowie die Dämme im Hochwasserfall verteidigen zu können. Schließlich darf die Standsicherheit nicht durch Gehölz wie Bäume, Sträucher oder Hecken beeinträchtigt werden, weil das Wurzelwerk strukturelle Schäden am Dammbauwerk verursachen. Gleiches gilt für den Befall durch Wühltiere wie Bieber und Bisamratten. Eine entsprechende Sichtüberprüfung kann nur nach regelmäßiger Mahd der Begrünung durchgeführt werden. Diese erfolgt zweimal pro Jahr, Mitte Juli und im Spätherbst. Nicht zuletzt werden große Mengen an Unrat vor den Wasserkraftwerken aus der Amper entfernt. Über das Jahr kommen rund 2 Tonnen Müll zusammen, der entsorgt bzw. dem Recyclingkreislauf zugeführt werden muss.

„Die vergangenen Hochwasserereignisse zeigen, wie wichtig intakte Dammanlagen für die Sicherheit der Bevölkerung sind. Daher nehmen wir diese Aufgabe sehr ernst und sorgen mit entsprechenden Ufersicherungsmaßnahmen wie aktuell an der Obermühle und in Schöngeising für einen dauerhaften Schutz“, so Wiegner abschließend.